• Swanje Sagebiel

Tabu Thema Essstörungen

Wo wird schon offen darüber gesprochen.

Wer hat schon mal vor seinen Liebsten oder wem anderen konkret geäußert oder für sich selbst tatsächlich anerkannt: "Ja ich habe eine Essstörung", welcher Art auch immer.


Ich habe lang ein tiefes Geheimnis für mich behalten. Es war eine Möglichkeit für mich mal etwas nur für mich zu haben, egal wie leidvoll es auch war.

Ich konnte Kontrolle zurückerlangen und meine eigenen Grenzen setzen. Es war keine Weise die viel Selbstliebe in sich trug, aber es war ein Weg um ein Ziel zu erreichen.

Körperlich attraktiv, Emotional entladen, leicht und frei.


Ich hatte ca. 10 Jahre lang Bulimie, gepaart mit Magersucht und Essanfällen ohne übergeben. Mal mehr oder weniger intensiv, aber es war irgendwie immer da.

Ich habe mich geschämt dafür wie ich bin, deswegen wussten damals nicht mal eine Hand voll Menschen davon. Ich habe es einfach hingenommen weil ich mich machtlos gefühlt habe.

Es war mir lieber die Leiden auszuhalten als etwas zu verändern.

Es fühlte sich einfach zu schwer an.


Unsere Außenwelt macht es uns Männern wie Frauen nicht leicht gesunde Selbstliebe und -akzeptanz zu entwickeln. Es hat sich für mich ein perverses Bild von Menschen entwickelt. Voller Wertung, Vorurteilen und ohne bedingungslose Liebe. Wie behandeln wir uns gegenseitig? Ich habe Menschen erlebt die andere "dick, fett, hässlich, Schwabbel, Fetti, Hässlette ... usw. " genannt haben. Da fällt mir nur Greta v.T. ein "How dare you!". Wie könnt ihr euch nur so gegenseitig beschämen.


Viele Menschen machen andere nur schlecht um sich selbst ein wenig besser zu fühlen, aber irgendwo sind wir alle Opfer von Opfern und sollten uns gerade deswegen etwas mehr Rückenhalt geben, als und noch den Dolch in den Rücken zu stemmen. Die Wege und Herausforderungen vieler Menschen sind groß genug als das noch jemand in Wunden buhlen sollte.


Ich hatte immer das Gefühl nicht angenommen zu sein wie ich bin. Welche kleinen Quellen diesen Strom genährt haben ist weitreichend, doch sich dem zu erliegen und davon abhängig zu machen was einst geschah, war für mich keine Option.

Das eigene Leben mit Liebe leben und mit allem verbunden sein war mein tiefster Herzenswunsch.


Irgendwann war der Punkt erreicht an dem ich mich nicht länger verstecken wollte. An dem ich dachte: Ich will das nicht mehr. An dem Punkt habe ich die Entscheidung getroffen. Tief innerlich hat sich alles seitdem auf Heilung ausgerichtet. Menschen sind mir begegnet, Seminare haben sich aufgetan, ein neues Zeitalter ist angerochen.

Es hat gedauert bis ich mehr drüber gesprochen habe, erkannt habe wodurch die Esstörung genährt und am Leben gehalten wurde. Erkennen des "warum" und den Weg beginnen "wie anders".


Ich wünsche mir das sich keiner verstecken muss. Das wir offen und voller Liebe andere erkennen, annehmen und gemeinsam steinige Wege bestreiten.


Ich wünsche mir das Menschen sich nicht verstecken die gleiche Herausforderungen im Leben haben. Jeder darf davon geheilt und befreit werden.

Die Essstörung ist nur ein Zeichen deiner Seele die um Heilung bittet.

Ich bin auf jeden Fall da <3


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