• Swanje Sagebiel

Lass uns tief tauchen

Mittlerweile ist es eine meiner liebsten Beschäftigungen geworden mit mir oder anderen tief tauchen zu gehen. In Tiefen und Dunkelheit die vorher noch nicht entdeckt worden sind.

Hinab, immer weiter hinab wo kein Licht mehr erkennbar ist, wo die Themen sitzen die lange kein Licht gesehen haben.


"Warum machst du das? Warum machst du das manchmal schon fast besessen, werde ich gefragt?"

Ich möchte mich kennen lernen. Jeden Zipfel in meinem Sein erkennen, verstehen und da sein lassen können. Ganz einfach so wie sie sind. Ihnen erlauben die Schwere die an Ihnen hängt los zu lassen.


Lange habe ich viel versteckt und irgendwann war es mir schlichtweg zu anstrengend immer weiter "Verstecken" zu spielen. Darin war ich großartig.

Mich anzupassen, Seiten von mir einfach nicht nach außen zu tragen. Geht, fühlt sich aber scheiße an.

Es kostet nicht nur unfassbar viel Energie im täglichen Dasein, es macht auch leblos und unglücklich habe ich erkennen müssen.

Es hat Krankheiten und Neurosen entstehen lassen, weil ich nicht die (Un-)Vollkommenheit meiner Selbst in diesem Leben erlaubt habe.

Ich hatte über 10 Jahre Bulimie von der fast keiner wusste. Ich weis was Versteckspielen heißt.


Ich kann dich verstehen wenn dir einige Themen einfach zu unheimlich erscheinen, zu groß, zu mächtig, zu unsicher um sie ins Licht treten zu lassen. Zu lange leben sie schon in der Tiefe und es funktioniert ganz gut so zu leben.

Ich möchte dir hiermit nur sagen das es möglich ist es zu tun, ihnen zu begegnen und sie in Liebe Dasein lassen und gehen lassen zu können, auch wenn es sich unfassbar schwer und unsicher anfühlt.

Ich möchte dir auch sagen, dass ich jeden Menschen respektiere der sich schlichtweg dafür entscheidet es nie zu tun.

Ich möchte dir nur ein bisschen davon erzählen was passiert wenn du dich der Dunkelheit doch näherst und ganz ohne zu wissen was kommt, in die Tiefe tauchst.


Meine ersten Versuche im Tieftauchen haben sich angefühlt wie schwimmen ohne Schwimmunterricht. Hächelnd wie ein Hund bin ich umher geplanscht und habe unfassbar viel Energie aufgebracht und Angst erlebt um irgendetwas zu erreichen. Und wie du weißt, im Hundeschwimmen geht es nicht weit hinab.

Ich musste bereit sein los zu lassen und mich hinabsinken zu lassen.

Ohne zu wissen was kommt, immer weiter weg von der lichten Oberfläche. Dieses Einlassen auf die Dunkelheit, Tiefe, das Nichts was dort gefühlt kommt und den Druck der durch die Tiefe entsteht, bereiten besonders beim ersten Abstieg Angst.

Einmal verstanden, wusste ich, dass die Angst einfach nur ein Schutzmechanismus ist, und ich brauchte Vertrauen. Vertrauen um daran glauben zu können das es sicher ist. Dazu eine eine große Portion Willen etwas zu verändern.

Wenn du schon einmal tauchen warst, weiß wie unbehaglich sich der erste Tauchgang anfühlt.


Je tiefer es geht desto dunkler wird es, desto weniger weißt du was dich erwartet. Es ist wie ein Fahrstuhl der dich tiefer, tiefer, tiefer in dich hinab begleitet. Ich habe bei den Gefühlen, die nach langer Gefühlslosigkeit aufkamen, das Empfinden gehabt als wenn ich sterben muss.


Einst, wenn das Nervensystem zugelassen hätte die Gefühle zu der Zeit des Geschehens vollstens zuzulassen, wäre wir durch Überreaktion des Systems evtl. wirklich gestorben.

Ein Beispiel; ein Kind das tatsächlich gespürt hat das seine Eltern Ihm keinen Liebe schenken können, wäre verstorben, da Liebe für Kinder essentiell zum Überleben ist.

Aus Schutz spaltet das Unterbewusstsein diesen Teil, das schreckliche Gefühl und die Erfahrung, ab. Wenn du nun wieder Kontakt aufnehmen möchtest, verbindest du dich mit dem damaligen Gefühl. Wichtig hierbei zu wissen ist, das du nun nicht mehr an dem Gefühl sterben kannst. Hier ist die rationale Komponente ganz wichtig, womit wir unser System begleiten dürfen.


Durch das Begleiten unseres jüngeren Selbst mit schwierigen Erfahrungen, mit Hilfe des jetzigen erwachsenen Selbst, kann das Gefühl durchlebt und aus der Dunkelheit ins Licht begleitet werden.


Das Vertrauen wächst mit der Zeit.

Allein die erste Erfahrung von mir das ich so ein tiefes Gefühl von Angst "überlebt" habe, hat mir so viel Vertrauen geschenkt, das alles möglich ist.

Und mit der Zeit habe ich sogar erkannt das bei Beobachtung von Walen, Walrössern o.ä. erkennbar ist, dass diese es mit Leichtigkeit machen zu tauchen, sogar Spaß daran haben und ein Spiel daraus gemacht haben.


Das ist es auch für dich wenn du das möchtest.

Ich begleitet dich sehr gern dabei dein Inneres zu erforschen und mit dir in die Tiefe zu tauchen, wenn du es möchtest.

In Liebe

Swani

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