• Swanje Sagebiel

Die Perspektive verändern

Gefangen in einer Situation. Das Gefühl voll drin zu stecken und keinen klaren Gedanken mehr fassen zu können, geschweige denn bewusst handeln zu können. Im Sumpf stecken. Tief und fest... und dann?

Nicht den Kopf verlieren, nicht verrückt werden. Kurz innehalten und sich daran erinnern:

Für einen Moment die Perspektive verändern.


Ich selbst habe immer wieder mal Phasen in denen ich Dinge tue, und nach denen ich mich einfach nur Frage... warum?

Was hat mich da geritten?

Wo war ich mit mir?

Welche treibende Kraft in mir hat da reagiert?


Geleitet von einer anderen Instanz, geführt von anderen Stimmen. Gefangen in einem Modus. Eine Gewohnheit, ein System das in mir abläuft ohne das ich es merke.

Das passiert wenn ich nicht wirklich bewusst bei mir bin.

Mit den Gedanken überall aber nicht in diesem Moment bei mir.

Mit dem Gefühl in der Vergangenheit aber nicht unbefangen im Jetzt.


Diese Muster, Systeme die ablaufen machen es dem Bewusstsein leicht.

Einfach mal abschalten, nicht präsent sein, nur treiben lassen. In manchen Situationen ist das Jetzt auch einfach zu anstrengend. Es ist gefüttert mit zu viel Informationen, weshalb wir einfach auf offline schalten und uns nur noch von Programm A-Z füttern lassen.


Wachsamkeit für diese Situationen zu sein, ist wichtig.

Alles nach gewohntem Muster laufen lassen, erleichtert die Masse an Dingen die tagtäglich gemeistert werden müssen.

Aufstehen, duschen, anziehen, Kaffee kochen, zur Arbeit fahren, unzwar mit der Richtigen Linie oder auf dem richtigen Weg mit dem Fahrrad oder Auto, Arbeitszirkus, und und und…

Ich empfinde es als Wunder was wir alles unbewusst vollziehen können. All das haben wir mal gelernt und verinnerlicht. Repeat and repeat and repeat hat es zu einer immer wiederkehrenden Endlosschleife einprogrammiert.


Hinterfragst du manchmal was du in diesem Automatismus eigentlich noch tust?

Warum schmiere ich mir Butter unter den Käse auf meinem Roggenbrötchen, warum trinke ich den Kaffee schwarz mit einem Teelöffel Zucker, warum schaue ich mir nach getaner Arbeit Serien an und knabber nebenbei Chips oder Schoki, warum gehe ich 12,2 km jeden zweiten Abend laufen oder warum halte ich mein Besteck wie ich es halte?


"Habe ich halt so gelernt."

"Mach ich schon immer so."


In diesem ganzen Gewusel mit dem wir uns tagtäglich umgeben, geht manchmal der Weitblick verloren.

Der Überblick über das große Ganze.

Mal kurz innehalten. Herauszoomen und alles von oben betrachten.


Was passiert hier eigentlich und welche Rollen spiele ich da?

Was tue ich hier tagtäglich?

Tue ich diese Dinge weil ich sie will oder will ich eigentlich was ganz anderes?


In der Distanz zu allem kehrt Stille ein.


Auf dem Bild befinde ich mich auf einem Berg in Norwegen. Ich habe selten einen so einprägsamen Moment erlebt.

Fernab von allen Eindrücken. Herausgelöst aus dem Strudel, dem System in dem ich als Zahnrad funktioniere.

Wahrzunehmen und -haben was ich eigentlich tue. Beobachten was andere tun.


Ich versuche mich immer wieder im Alleinsein und im Zusammensein mit anderen bewusst herauszunehmen und einen zoom-out zu machen um klar zu erkennen:


Will ich das hier alles eigentlich wirklich?

Denn diese Verantwortung steht jedem von uns selbst auf die Fahne geschrieben.

Jeder trägt zu 100% Verantwortung für sein Leben.

Große Aufgabe mit großer Freiheit.

Erkenne und nutze sie.


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